Hermann Hesse - Unterm Rad
Inhaltsangabe

Erstes Kapitel:
Hans Giebenrath ist ein äußerst begabtes Kind, das von seinen Lehrern stark gefördert wird. Er wird als einziger Schüler der Stadt zum Landesexamen geschickt, welches er als Zweitbester besteht. Damit wird ihm eine Ausbildung auf Staatskosten ermöglicht.

Zweites Kapitel:
Zu Beginn der Ferien darf sich Hans wieder seinem Hobby, dem Angeln, widmen. Aber bereits kurz danach werden seine Ferien durch Übungsstunden ersetzt. Er verbringt seine ganze Zeit mit lernen.

Drittes Kapitel:
Hans wird von seinem Vater nach Maulbronn in ein Kloster gebracht. Es werden viele Freundschaften und Feindschaften geschlossen. Hans bleibt lange allein, schließt dann aber eine Freundschaft mit Hermann Heilner. Dieser hat später eine heftige Auseinandersetzung mit einem Mitschüler. Heilner wird von den Lehrern bestraft und von seinen Mitschülern, auch von Hans, gemieden und als Außenseiter behandelt.

Viertes Kapitel:
Nach dem Tod eines Mitschülers kommen sich beide wieder näher und schließen abermals Freundschaft. Heilner wird von den Lehrern sehr streng behandelt und auch Hans ist bei den Lehrern durch seine Freundschaft mit Heilner nicht mehr so beliebt. Seine schulischen Leistungen sinken immer weiter. Zwischenzeitlich versucht er durch eine letztes Aufbäumen, den Anschluß nicht zu verlieren. Nach einem Ausreißversuch Heilners wird dieser von der Schule gewiesen.

Fünftes Kapitel:
Schließlich erkennt Hans die Sinnlosigkeit seines Tuns und läßt die Schule immer mehr schleifen. Hans wird nach Hause geschickt. Er hat Selbstmordgedanken und denkt oft an seine Kindheit zurück.

Sechstes Kapitel:
Hans verliebt sich in ein Mädchen, das ihn jedoch schon kurz danach ohne Abschied verläßt.

Siebentes Kapitel:
Er beginnt eine Mechanikerlehre. Von August wird Hans zu einer Feier eingeladen, wo er sich betrinkt. Am nächsten Tag findet man Hans ertrunken im Fluß. Zu seiner Beerdigung erscheinen viele Menschen und betrauern den intelligenten Jungen. Nur Flaig, ein Freund von Hans, erkennt die Lehrer als den wahren Grund für Hans Tod.


Charakterisierung


Ursachen des Scheiterns von Hans


Erörterung zum Werk anhand eines Zitates von Hesse

Hesse 1953: „Aber, ob geglückt oder nicht, das Buch enthielt doch ein Stück wirklich erlebten und erlittenen Lebens und solch ein lebendiger Kern vermag zuweilen unter neuen Umständen wieder wirksam werden.“

Ich stimme diesem Zitat zu, da aus der Biographie Hesses herausgeht, das er selbst etwas Ähnliches erlebt hat.

{Im Februar 1890 wurde der damals 12jährige Hesse von seinen Eltern aus Calwn nach Göppingen gebracht, wo er auf der dortigen Lateinschule auf das sogenannte „Landexamen“ vorbereitet wurde. Hesse bestand das Landexamen und wurde in das Seminar Maulbronn aufgenommen. In seinen Briefen wußte Hesse zunächst nichts negatives zu berichten. Der Unterricht machte ihm Freude und er hatte keine Lernprobleme. Hesse entlief dem Seminar ohne Winterkleidung und ohne Geld. Die Bestrafung war 8 Stunden Karzer. Hesse wird wie ein Aussätziger behandelt. Im Mai 1892 wird er offiziell zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Die Beurlaubung dient aber nur dazu einen Seminaristen, der dem Leistungsdruck nicht standhält, unauffällig aus dem Seminar zu entfernen. Nach dem Austritt folgte für Hesse eine Zeit der Depression in der er auch einen Selbstmordversuch unternahm}

In diesem Ausschnitt aus Hesses Biographie wird deutlich, daß das Buch Unterm Rad und das was Hans und Heilner erleben eine Abrechnung Hesses mit der Schule ist. Durch dieses Buch verarbeitet er mit den beiden Charakteren Hans und Heilner die Erlebnisse aus seiner Schulzeit.

Mit dem Tod von Hans und dem Weiterleben von Hermann Heiler wird auch deutlich, in welcher Richtung Hesse die Zukunft sieht. Der Tod von Hans verdeutlicht den Abschied vom Alten. Das weiterleben von Heiler zeigt, das Hesse die Zukunft in der Kunst sieht.

Im Kloster ist Heiler unerwünscht, er wird als Außenseiter behandelt und „unterdrückt“. Obwohl er von manchen als Genie bezeichnet wird, kann er sich nicht entfalten. Nur „unter neuen Umständen“, in einer anderen Gesellschaft wird er sich entfalten können.

à

Somit verstehe ich dieses Buch, genau wie das Zitat im Sinne von Friedrich Nietzsche Der tolle Mensch. Hesse sieht die Zukunft in der Kunst. Das 19. Jh. ist eine Zeit vieler Veränderungen und die Menschen haben mit neuen Umständen zu leben. Also genau die Zeit, in der Genies wie Hermann Heiler sich entfalten können